Telekom – Unternehmen oder immer noch Behörde?
am 27. Mai 2008 unter Zivilrecht abgelegtEine Mandantin kündigte im Juni vergangenen Jahres ihren Telefon- und DSL-Anschluss bei der Telekom zum 30.09.2007. Der Zugang der Kündigung wurde ihr auch bestätigt. Trotzdem buchte die Telekom noch weitere 3 Monate Grundgebühren ab. Die Mandantin war leider zu freundlich und widerrief nicht die Abbuchungen. Statt dessen bat sie höflich die Telekom um Stornierung der falschen Rechnungen und Rücküberweisung der Beträge. Trotz mehrmaliger Erinnerungen geschah nichts.
Im April wurde dann die Telekom durch Rechtsanwalt angemahnt. Es tat sich immer noch nichts. Schließlich wurde im Mai noch einmal an die Bearbeitung erinnert, keine Reaktion.
Nun wurde die Klage beim zuständigen Amtsgericht in Bonn eingereicht. Zeitgleich kam plötzlich ein Schreiben der Telekom. Aber nicht mit der Zusage zu zahlen. Sondern: Man habe das Schreiben vom Mai erhalten und müsse den Vorgang in den zuständigen Abteilungen prüfen. Dafür bitte man um Geduld. Das könne einige Tage dauern.
Nun nicht mehr, denn die Klage ist unterwegs. Über sechs Monaten hatte die Telekom ihre Chance. Und wenn sich die Telekom über die harten Wettbewerbsbedingungen wieder beklagen sollte: Solange sie ihren möglichen Gewinn mit sinnlosen Klagen verschwendet, ist es kein Wunder, dass andere Unternehmen die Nase vorn haben.