Was zum Teufel ist Red Tape?


Red Tape = Bürokratie, Papierkrieg. Kommt natülich aus dem Englischen.


Den erleben wir täglich. Davon werden wir hier ein bisschen erzählen. Zum Frustabbau oder so.


Vielleicht auch zum Schmunzeln?


Also, viel Spass beim Lesen.

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Anzahl der Schriftsätze zum Übersenden, Fax und Mail

Es muss wohl in einigen Kanzleien üblich (gewesen) sein, dass auch außergerichtlich Schriftsätze in zweifacher Ausfertigung übersandt werden. Bei Gericht ist es ja aufgrund der prozessualen Regelung üblich, die Schriftsätze in mehrfachen Ausfertigungen zu übersenden. Obwohl es auch hier nur heißt, sie sollen in ausreichender Zahl eingereicht werden. Also auch nicht zwingend.

Seit einigen Jahren schon sind wir zur elektronischen Archivierung übergegangen. Aber auch davor haben wir schon von vielen Kollegen außergerichtlich immer nur einen Schriftsatz erhalten. Nun paßt uns das Ganze gut. Denn der Schriftsatz wird eingescannt und dann an den Mandanten z.K. weitergeleitet.

Wir haben auch schon seit einiger Zeit Schriftsätze außergerichtlich nur noch in einfacher Ausfertigung zugeschickt. Bisher gab es auch nirgend Beanstandungen.

Nun hat eine Kollegin moniert, dass sie eben auch außergerichtlich 2 Schreiben haben möchte. Schließelich müsse sie ja sonst das Schreiben kopieren. Das mag wohl sein. Aber wenn alle Kolleginnen und Kollegen sich nur die Schreiben in einfacher Ausfertigung zusenden, dann ist jeder mal mit Kopieren dran (oder eben einscannen) und es gleicht sich aus.

Wir haben der Kollegin also mitgeteilt, sie solle uns immer nur in einfacher Ausfertigung schreiben und das dann eingesparte Papier für die Kopien verwenden, die sie von unseren Schriftsätzen fertigt.

Aber es geht auch anders: Eine Kanzlei scheint ihre Schreiben nur noch per Fax zu versenden. Es folgen keine Originale mehr. Sieht natürlich blöd aus und ist keine Werbung für die Kanzlei. Schließlich ist das Briefpapier immer irgendwie das Aushängeschild.

Und dann gab es noch eine Kanzlei, die mailten uns ihre Schreiben nur noch. In der Mail stand: “Bitte öffnen Sie die Anlage mit Acrobat Reader und drucken Sie sich das Schreiben aus”.  Dann sollten wir den Mist auf unsere Kosten ausdrucken. Das war einfach zu lösen. In der Antwort wurde mitgeteilt, dass diese Mails ab sofort durch den Spamfilter aussortiert werden und man künftig uns bitte die Schreiben in Papierform übermitteln möge.

5 Kommentare zu “Anzahl der Schriftsätze zum Übersenden, Fax und Mail”

  1. RA Michael Langhans sagt:

    Hm, aber gleicht sich das mit den Faxen nicht auch aus? Oder den E-Mails? Ist da in der Argumentation nicht ein kleiner Denkfehler?
    Jedenfalls ist es idR teurer, sich mit einem Monierungsschreiben an irgendjemanden wegen zu wenig/nicht ausgedruckten Kopien zu wenden, als einfach das ganze schnell auszudrucken.

  2. cledrera sagt:

    Oje,
    der 37. Aufguß bekannter Problemchen.
    Aber einen hab ich auch noch:
    Es hat mich schon immer gestört, dass in gerichtlichen Verfahren die Gegenseite nur einmal Anlagen beifügte. Gestört hat mich das deshalb, weil es wichtig ist, dass auch der eigene Mandant die jeweiligen Anlagen der Gegenseite hat.
    Die Lösung ist recht einfach: In einem Rutsch durchscannen; per Mail an Mandant.
    Vorteil 1: Es geht schnell, billig und es wird vollständig informiert.
    Vorteil 2: Immer mehr Mandanten gehen dazu über, mir ebenso Unterlagen zukommen zu lassen.
    Nachteil? Fällt mir gerade keiner ein.
    Und jetzt bitte nicht, Scanner und Software wären zu teuer. Ein solcher Scanner inkl. Software kostet ca. 250 €; was albern ist.

  3. doppelfish sagt:

    Ein hübscher Briefkopf kann ja durchaus … nun, hübsch sein – aber wäre Werbung für die Kanzlei, nämlich die des Gegners – nicht etwas … nun, aussichtslos?

  4. R.Tape sagt:

    Nee, wir hatten es auch schon, dass der Gegner von gestern der Mandant von heute war.

  5. whocares sagt:

    @doppelfish: Nicht unbedingt. Es gibt durchaus Verfahren, die für einen (als Mandant) nicht so toll laufen, weil der gegnerische Anwalt schlicht und einfach mehr drauf hat als der eigene. Den sollte man sich dann schon vormerken, wenn wieder mal was ansteht (allerdings wäre das dann “Werbung”, die nichts mit dem Briefpapier zu tun hat… ;-) )

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